Geschichte
Unsere Geschichte: Seit 1868 am Platz Chur
Die Geschichte der AV Curiensis ist geprägt von einer tiefen Verbundenheit zum Studienort Chur, von sozialem Engagement und der Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Was vor über 150 Jahren begann, lebt heute als bunte und offene Gemeinschaft weiter.
1868–1873: Die bewegten Gründungsjahre
Die Wurzeln unserer Verbindung reichen bis in den Spätherbst des Jahres 1868 zurück. Damals wurde die Curiensis in Chur als Theologenverbindung gegründet. Die Anfangsjahre waren alles andere als ruhig: Es gab immer wieder Reibereien mit der damaligen Hausleitung, was zeitweise sogar zu einem Verbot führte. Doch aufgeben war keine Option. 1873 konstituierte sich die Verbindung neu und begann, sich aktiv im Schweizerischen Studentenverein (Schw. StV) einzubringen – unter anderem mit entscheidenden Anträgen zur Ausrichtung des Gesamtvereins.
1910–1928: Von der „Rhenania“ zur „Curiensis“
Nach einer Phase des nachlassenden Interesses formierte sich die Verbindung 1910 unter dem Namen „Rhenania“ neu. 1915 stellte die Rhenania stolz ihren ersten Vertreter im Zentralkomitee (CC) des Schw. StV.
Ein historischer Meilenstein folgte im Jahr 1922: Der Name wurde offiziell in „Curiensis“ geändert. Im gleichen Atemzug erhielt die Verbindung ihren heutigen, stolzen Wahlspruch: „Tonitrua non terrent!“ (Donner schreckt uns nicht!). Kurz darauf, am 13. Juni 1922, fand die feierliche Fahnenweihe statt. Um den Zusammenhalt über das Studium hinaus zu sichern, wurde 1928 schliesslich die Alt-Curiensis (unser Altherrenverband) gegründet.
Das 20. Jahrhundert: Gelebte Solidarität
Die Curiensis verstand das Prinzip der Tugend (Virtus) stets als Aufruf zum Handeln. Über Jahrzehnte hinweg initiierte die Verbindung beeindruckende Hilfsaktionen, die weit über die Schweizer Grenzen hinausgingen:
- 1919/1920: Hilfsaktion für in Not geratene Wiener Studenten.
- 1945/1946: Grossangelegte Unterstützung für österreichische Theologie-Studenten nach dem Zweiten Weltkrieg.
- 1956 & 1958: Spendenaktionen für Ungarn und bedürftige Protestanten.
Zudem setzte sich die Curiensis ab 1930 stark für die Heiligsprechung von Bruder Klaus ein.
2012 bis heute: Eine neue Ära
Nach ruhigeren Jahren wurde das aktive Verbindungsleben (die Aktivitas) im Jahr 2012 erfolgreich reaktiviert. Mit einer zukunftsweisenden Statutenänderung öffnete sich die AV Curiensis: Seither sind nicht mehr nur Theologen, sondern Studentinnen und Studenten aller Churer Hochschulen (FHGR, PHGR, THC, SUPSI sowie PH Vorarlberg) in unseren Reihen herzlich willkommen.
Aus der reinen Männer- und Theologenverbindung von 1868 ist eine moderne, gemischte und fachübergreifende Gemeinschaft geworden, die ihre Traditionen ehrt und gleichzeitig fest im heutigen Hochschulalltag verankert ist.
Unsere Symbole
- Der Wahlspruch: „Tonitrua non terrent!“ (Donner schreckt uns nicht!). Er steht für Mut, Beständigkeit und den Willen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern.
- Die Farben: Burschen tragen stolz das rot-weiss-grüne Band, Fuxen das rot-grüne Band. Auf dem Kopf tragen wir den roten Tellermutz mit dem traditionellen Verbindungszirkel.